IMPROWISSEN
Improvisation
Improvisation ist die Kunst aus dem Moment heraus etwas Neues zu erschaffen. Wie bei einem Schritt ins Leere weiß der Improvisierende noch nicht, was ihn im nächsten Moment erwartet. Das ist auf eine Weise Stress. Aber dürfte auch einen ähnlichen Kick vermitteln wie Fallschirmspringen.
In der Regel improvisieren wir mit anderen Wesen. Nennen wir sie einfach einmal Partnern. Mit diesen improvisieren wir - Im Leben wie auf der Bühne. Durch das Improvisationstraining lernen wir mit diesen in wirklich kooperierender Weise zusammen zu arbeiten. Im Vertrauen auf den Partner entwickelt sich die Improvisation gemeinsam zu einem Neuen hin.
Die Wahrnehmung der eigenen Möglichkeiten und die Wahrnehmung für den Partner sind zentrale Punkte im Improvisationstraining. Improvisationstraining ist Teamentwicklung par exellence.
Im Trainingsbereich kann der Erwerb der Improvisationskompetenz an sich im Zentrum stehen oder auf spielerische Weise die Möglichkeiten der Kooperation verbessert werden.
Daneben gibt es die Bühnenform der Improvisation: das Improvisations- oder auch kurz Impro-Theater. Dies kann auf verblüffend einfache Weise erlernt werden. Zumindest die ersten Schritte. Die Methoden bieten übrigens auch für klassisches Schauspiel viele Vorteile - vor allem im Bereich Rollentraining, Charakter- und Stückentwicklung.
Improvisationstheater
Improvisationstheater adäquat zu beschreiben ist schwierig - man muss es eigentlich einmal selbst erlebt haben! Warum? Weil der Funke der Improvisation am Besten live auf die Zuschauer überspringt. Wie schwierig die Transformation der Lebendigkeit des Improtheaters in Text oder auch auf andere Medien wie etwa das TV ist, zeigen beispielhaft die verschiedenen TV-Formate der letzten Jahre. Manche Fragen, die sich dem Zuschauer stellen, lassen sich jedoch problemlos beantworten. So wird von Zuschauerseite immer wieder nach der Entstehung und Entwicklung des Improtheaters gefragt. Diese Fragen werden hier gerne beantwortet.Entstehung und Entwicklung
Mit den Wurzeln tief in der Theatergeschichte verankert ist Improvisation in der heutigen Erscheinung als Improtheater eine sehr junge Theaterform. Improvisation an sich ist so alt wie das Theater selbst. Die wohl direkteste Vorform des heutigen Improtheaters findet sich im italienischen Nachmittelalter: die Commedia dell´Arte, in der die Schauspieler, ausgehend von festgelegten Strukturen und Charakteren, auf der Bühne improvisierten. Erst das Autorentheater schaffte es die improvisierten Formen des Theaters zurückzudrängen.Die modernen Vorläufer des heutigen Improtheaters entstanden etwa in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Keith Johnstone gilt als der wohl bekannteste Vertreter. Er entwickelte zunächst in England, später in Kanada, eine szenische Ausdrucksform, die er Theatersport nannte. Etwa zur selben Zeit fanden ähnliche Entwicklungen in den USA statt. Aus diesen Entwicklungen, die sich stets weiterentwickelten, entstand das heutige Improtheater.
In Deutschland verbreitet sich das Improtheater seit Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre. 1994 brachte das Ensemble "Salomon auf Kohlen" - schon damals mit Christian Sauter - als erstes Improtheater diese Stilrichtung nach Freiburg. Heute gibt es eine lebendige weltweite Improszene, die sich stetig weiter entwickelt. 2006 fand als vorläufiger Höhepunkt der Entwicklung die Theatersportweltmeisterschaft in Deutschland und 2008 die Europameisterschaft in der Schweiz - mit Christian Sauter als Schiedsrichter - statt.
Näheres hierzu findet sich auf der Seite von "Lux - Theater des Moments". Dem "...innovativen Improvisationstheater aus Freiburg" (Freiburg Eins).