PRESSE-ARTIKEL
Hier einige der veröffentlichten Presseartikel in ausführlicherer Version. Zum schmökern."Gretli, die Welle!"
(...) Lustig war der Abend, keine Frage. Brillant wie immer: Der
Spitzenschiedsrichter Christian Sauter. Er machte wie immer mit den
Regeln, was er wollte, verteilte munter Punkte und strich sie wieder,
zeigte gelbe und rote Karten nach Lust und Laune und triezte nicht nur
die Schauspieler, sondern aufwärmhalber zunächst auch das Publikum.
(...)
«Vier, drei, zwei, eins, los!»
Das
erste Spiel zu zweit, mit Wechsel der Dreierteams auf ein Klatschsignal
des Unparteiischen, spielte auf Publikumswunsch in einer Schlucht. Für
die nächste Szene wurden Gefühle gesucht - ist Befriedigung ein Gefühl?
- und ein angenehmer Ort. Ergebnis: absurdes Theater im
Schlaraffenland. Zur Pause lagen die Gäste aus Freiburg mit 2:6 in
Führung. (...) Nach der Pause wurden beide Teams deutlich stärker, die
Szenen spritziger und durchgeknallter, die Interaktion auch von Team zu
Team, pfiffiger. (...) Ein kreativer Höhepunkt nach dem andern kam in
den Spielen mit spontan zu dichtenden Liedern zustande, nicht zuletzt
auch dank der exzellenten Band. Eine Welle nach der andern. (...)
Volksblatt – Die Tageszeitung für Liechtenstein, 22. April 2009
"Was passiert, wissen wir nicht"
Aus dem Moment heraus etwas Neues erschaffen – Christian Sauter tut das
seit 15 Jahren auf der Bühne. Nicht nur in Freiburg, nicht nur mit
seinem Ensemble "Lux –Theater des Moments". Beim derzeit in Köln
stattfindenden Improtheaterfestival ist er nominiert für den wohl
wichtigsten Preis dieses Genres, den Goldenen ImproStern. Der wird am
28. März verliehen – nach einem Wettkampf der Besten. Heidi Ossenberg
hat Christian Sauter dazu befragt.
BZ: Was für eine Bedeutung hat das Festival in Köln in der Impro-Theaterszene?
Christian Sauter:
Die Impro-Szene ist noch jung. Es ging in Deutschland erst in den 90er
Jahren los, da haben sich nach und nach die Festivals etabliert. Das
Kölner ist eines von drei großen Festivals, die beiden anderen sind in
Würzburg und Berlin.
BZ: Das
Festival in Köln dauert zehn Tage, am Ende steht ein nicht dotierter
Preis, der Goldene ImproStern. Was passiert in diesen zehn Tagen – und
wie wird der Sieger ermittelt?
Sauter:
Es gibt viele verschiedene Auftritte um die verschiedenen Formen des
Theaters zu zeigen und das in ganz unterschiedlichen Besetzungen. Für
den Abend, an dem der Preis verliehen wird, standen die Teilnehmer
bereits vor dem Festival fest – bis auf einen, der aktuell vom Publikum
gewählt wird. Die anderen wurden von den Veranstaltern aus der Szene
ausgesucht.
BZ: Wie viele Künstler sind das?
Sauter: Zwölf. Die treten zum Teil auch auf dem Festival auf, aber das steht nicht im direkten Zusammenhang
BZ: Wie kamen Sie in diese Auswahl?
Sauter:
Weil ich so gut bin (lacht). Ich mache das seit 1994 – und seit vielen
Jahren auch in verschiedenen Städten, in verschiedenen Ensembles. So
lernt man sich kennen und weiß, der taugt was ...
BZ:
Sie treten nicht alleine auf – aber auch nicht mit ihren Partnern aus
Freiburg. Heißt dass, die Künstler werden zueinander gemixt?
Sauter:
Genau. Aus zwölf Gruppen werden die Spieler zusammen gesetzt. Wir
gestalten den Abend gemeinsam. Wir spielen unterschiedliche Szenen, mal
solistisch, zu zweit, zu dritt, zu viert. Das Publikum wählt nach und
nach aus, welcher Künstler die besten Szenen spielt.
BZ: Einigen Sie sich dann mit den Mitspielern auf irgendwas im Vorfeld?
Sauter:
Nein, auf gar nichts. Die Moderation hat sich vorher etwas überlegt und
holt Ideen aus dem Publikum. Vorschläge für Orte oder Berufe – und dann
muss man dazu spielen. Was passiert, wissen wir nicht.
BZ: Spontane Sache, der Künstler muss eine gute Tagesform erwischen. Und es kommt auch stark aufs Publikum an, wie das mitspielt...
Sauter:
Stimmt. Und: Die Spieler haben unterschiedlichen Humor. Der kommt
unterschiedlich gut an. Es sind schon viele Faktoren, die da
mitspielen. Es ist kein objektiver Preis. Letztes Jahr war ich im
Finale, bin aber dann gescheitert. Das Publikum ist in der Wertung sehr
subjektiv. Hat es mir gefallen oder nicht. Fertig.
BZ: Apropos Humor. Wie kommen Sie als Badener im Rheinland an?
Sauter:
Mal schauen. Klar ist dort eine andere Energie auf der Bühne. Es ist
ruppiger, kaltschnäuziger, schneller. Die Herausforderung ist, sich
darauf einzustellen. Badische Zeitung, 20.03.2009.
Bühne frei für den Zufall
Aus
dem Nichts, entsteht ein Theaterstück: Die Akteure mimen Figuren, von
denen sie kurz zuvor noch gar nichts wussten. „Lux – Theater des
Moments“ lebt vom Augenblick. Die Handlung entsteht unmittelbar
vor den Augen der Zuschauer. Keine Wiederholungen. Nur die prickelnde
Ungewissheit und der Moment der Überraschung – sowohl im Publikum als
auch auf der Bühne.
Christian Sauter, Leiter der Freiburger
Impro-Schauspieltruppe, die nun auch in Müllheim regelmäßig auftritt,
erklärt: „Auf der herkömmlichen Bühne kann man viel tiefer in die
Charaktere gehen. Das Improtheater entsteht dagegen aus dem Moment
heraus – die Kunst ist eine andere. Wir sind nicht nur Schauspieler,
sondern gleichzeitig Regisseure und Dramaturgen. Jeder auf der Bühne
muss alles im Blick behalten.
„Die Synchronisation der Köpfe ist die
Voraussetzung der Improvisation. Wir müssen sehr gut auf den Partner
eingespielt sein. Das schrittweise Aufeinanderzugehen muss geübt
werden“, sagt Sauter.
Zwei gleiche Stücke, ja Szenen, sind
ausgeschlossen, der Handlungsbogen wird jedes Mal aufs Neue gespannt.
Das Publikum darf sich auf unvorhersehbare Entwicklungen und
erstaunliche Wendungen freuen. Und auf viel – wenn auch meist
ungewollte – Situationskomik, die dem Genre Impro-Comedy-Theater
gerecht wird. „Wir wollen nicht extra lustig sein, das passiert
einfach.“
Der Sonntag, 03.02.2008
Beatboxendes Improtheater
Zwei Welten trafen in der Freiburg Bar aufeinander und ergänzten sich zu einer neuen Spielform.
Wie
nahe liegend manch eine Idee ist, merkt man erst, wenn sie jemand
umsetzt. (...) Am Donnerstag traten beide Formationen gemeinsam in der
Freiburg-Bar auf, nannten das ganze ImproBeats und haben damit
beiläufig eine neue Spielform kreiert: Die Mimen erhalten eine
zusätzliche Soundspur, die Mundartisten einen menschlichen
Visualisierungsgenerator. Das ergänzt sich so selbstverständlich und
löst einen ähnlichen Aha-Effekt aus, wie Kolumbus, als er das ominöse
Ei auf den Tisch stellte.(...)
Badische Zeitung, 05.12.2007
Momentaufnahmen aus dem Leben
Die Show um den Helden des Alltags war auch für Leute, die oft ins Improtheater gehen, etwas Neues.
Mainpost, 30.10.2007
Training für die Lachmuskeln: Theatersport!
Das Theater war bis auf den letzten Platz ausverkauft, die Stimmung (...) ausgezeichnet.
Blick (Schweiz), 15.09.2007
Publikum gibt das Thema vor
Themen,
Orte, Handlungen lässt sich die Profitruppe von Christian Sauter vom
Publikum zurufen und setzt sie in Szene - oft unerwartet anders, als
erwartet.
Südkurier, 12.10.2007
„Ohne doppelten Boden“
Ticket-Interview: Christian Sauter organisiert das Freiburger Improtheaterfestival „Impuls_07“
Freiburg
lädt zum internationalen Improtheaterfestival „Impuls_07“. Zu den
Machern gehört Christian Sauter. Mit ihm sprach Konstantin Bikos.
Ticket: Sie sagen gern, Improtheater könne man nicht beschreiben. Versuchen Sie es trotzdem mal.
Christian Sauter:
Es ist eine sehr junge Theaterform, die es in Deutschland erst seit den
späten Achtzigern gibt. Sie hat verschiedene Formen, von denen der
„Theatersport“ mit seinen kurzen Szenen die beliebteste ist. Mich
interessieren eher die langen Formen, denn die bieten mehr Raum für
freie inhaltliche Improvisation. Alle Formate haben aber eins
gemeinsam: Niemand weiß, was passieren wird. Alles erwächst aus dem
Moment. Das fasziniert mich so daran.
Ticket: Wo liegt die Herausforderung?
Sauter:
Man muss mit den anderen Spielern gut spontan kommunizieren können. Ein
Gefühl dafür, wie man aus einzelnen Szenen eine Geschichte kreiert,
gehört auch dazu. Man ist Schauspieler, Dramaturg und Regisseur. Man
muss als Gruppe spüren, wo man mit der Geschichte hin will, denn es
gibt ja unendlich viele Möglichkeiten, wie sich eine Szene entfalten
könnte. Die Faszination ist dabei das Kreative im Moment. Oft ist es
auch einfach nur lustig, weil wir viel mit Situationskomik arbeiten.
Ticket: Welchen Stellenwert hat generell die Komik beim Improtheater? Gibt es auch Ernstes?
Sauter:
Ja. Natürlich leben Formate wie der Theatersport von kurzen, schnellen
Szenen, die oft komisch sind. Es gibt auch Ensembles, die sich nur auf
Comedy konzentrieren. Das ist allerdings nicht meine Art. Wir arbeiten
viel mehr mit unserem unmittelbaren Umfeld – dabei entstehen Momente,
die auch tragisch sein können.
Ticket: Und wenn der Moment mal keine Inspiration hergibt? Gehen ihre Vorstellungen auch mal schief?
Sauter:
Wir spielen ohne doppelten Boden. Die Option des Scheiterns ist immer
gegeben. Natürlich gibt es Aufführungen, in denen man kämpfen muss.
Aber das hat ja auch seinen Reiz. Das Publikum fiebert mit und fragt
sich: „Wie kommen die da wieder heraus?“ Wir sind aufs Feedback der
Leute angewiesen. Dabei gibt es große regionale Unterschiede: Die
Freiburger sind da viel spontaner als Norddeutsche oder Schweizer.
Ticket: Beim Freiburger Festival „Impuls_07“ dürfte fehlende Inspiration wohl kein Problem sein.
Sauter:
Stimmt. Die langen Formen leben von der kreativen Weiterentwicklung von
Geschichten. Das hat mich auf die Idee gebracht, das Improtheater von
der Bühne an Orte zu verlegen, die schon mit Geschichten behaftet sind:
eine Buchhandlung oder ein Second-Hand-Laden. An solchen alltäglichen
Orten kann man auch einen intimeren Kontakt zum Publikum aufbauen.
Ticket: Sie haben auch drei Künstler aus der Schweiz eingeladen. Ist Ihnen die internationale Dimension wichtig?
Sauter:
Zunächst wollte ich sogar noch weitere Länder einbeziehen. Das war aus
finanziellen Gründen nicht möglich. Aber mit den Schauspielern Reto
Zeller und Reto Bernhard, sowie dem Musiker Gabriel Stampfli haben wir
drei starke Charaktere, die die schweizerische Impro-Szene sehr gut
repräsentieren.
Ticket: Wie kamen Sie zum Improtheater?
Sauter:
Durch Zufall. 1994 hat sich eine freie Gruppe gebildet und ich bin da
so reingerutscht. Ich hatte damals keine Ahnung, was Improtheater
eigentlich ist.
Ticket: Wie finanzieren Sie sich?
Sauter:
Ein Budget ist eigentlich überhaupt nicht vorhanden. Wir erhalten
keinerlei finanzielle Förderung. Die Stadt unterstützt Improtheater
generell nicht. Auch Sponsoren haben wir keine. Das bedeutet, wir
zahlen alles selbst. Die Schauspieler bekommen eine reduzierte oder
überhaupt keine Gage.
Ticket: Das Festival trägt den Untertitel „Das kleinste Improtheaterfestival der Welt“. Ist der kleine Rahmen auch Programm?
Sauter:
Ja. Das Improtheater lebt von einem gewissen subkulturellen Touch,
einer provisorischen Atmosphäre. Je größer die Strukturen, desto mehr
geht dieser Aspekt verloren.
Badische Zeitung, 20.06.2007
Die Geschichten sind schon da! Theater LUX - ein neues Ensemble auf der Freiburger Improbühne
Impro
ist in! Die letzten Jahre haben in Freiburg nicht nur weitere Gruppen
aus dem Bereich Theatersport hervorgebracht, sondern auch verstärkt
neue Präsentationsformen. (...) Der Freiburger Theaterpädagoge und
Schauspieler Christian Sauter, der zehn Jahre für die "Mauerbrecher"
gespielt hatte, suchte nach neuen Ausdrucksformen und Mitstreitern für
seine Ideen. Das Resultat seiner Arbeit nennt sich "Lux - Theater des
Moments" und feierte Anfang Juni an ungewöhnlicher Stätte seine
Freiburger Premiere.
Es
geht dem Ensemblegründer vor allem um Professionalisierung, das
Ensemble besteht ausschließlich aus freischaffenden Künstlern, die von
einem ähnlichen Ansatz kommen, die den Rahmen, in dem Lux sich bewegen
will, spannend finden. Lux - das steht für das Scheinwerferlicht, das
plötzlich die Bühne beleuchtet, wo man steht und mit nichts anfängt zu
spielen. Und es steht auch dafür, dass blitzschnell umgechaltet werden
muss, allein oder mit anderen, je nach Spielsituation. Wahrnehmung und
Kontakt sind Faktoren, die auch gezielt trainiert werden und dabei
fährt Christian Sauter mit den Mitgliedern des Theaters zweigleisig:
zum schauspielerischen Training gehört auch das Spiel mit den möglichen
Kleinkunstformen. Er begreift die verschiedenen Formate als Prozess,
der sich auch erst auf der Bühne entwicklen darf.
"In
meiner bisherigen Arbeit gab es diejenigen, die zufrieden waren und
Spaß hatten auf dem Niveau, auf dem sie improvisierten, und es gab die,
die den Theatersport weiterentwickeln wollten", erklärt Christian seine
Ausgangssituation. (...)
Auch die Aufführungsorte spielen für den
Ensemblegründer eine wichtige Rolle. Die Inspiration für Schauspieler
und Publikum soll auch durch die Räume kommen, an denen improvisiert
wird. Keine kahle Bühne, sondern Orte mit einer Geschichte, wo man nur
hingehen und loslegen muss, denn die Geschichten sind schon da. Die
Premiere fand in der Fahrradwerkstatt BiTou an der Ferdi-Weiss-Straße
statt, wo Couch und Klavier zwischen Drahteseln und Werkstattzubehöhr
platziert waren. Sie wird Ende Juni auch wieder zu den Spielorten der
IMPULS_07 gehören. Diese für vier Aufführungen an vier Orten
konzipierte Reihe darf sich auch "kleinstes Improfestival der Welt"
nennen, denn das findet in diesem Jahr nicht statt, weswegen die
dortigen Veranstalter
"Boheme&Bohei" den Namen an die Freiburger "ausgeliehen" haben. Den
gibt Christian Sauter im nächsten Jahr gerne wieder zurück, denn dafür
wünscht er sich jetzt schon einen größeren Rahmen. (...)
Chilli - das Freiburger Stadtmagazin, 6/07, S.54.
Demokratischer Theaterspass
Gestern
Mittwoch öffnete das Miller’s Studio in Zürich aus ganz besonderem
Anlass seine Tore. Das sechste internationale Theatersportfestival
wurde mit einem abendfüllenden Programm eröffnet. Den Besuchern wird
das noch lange in Erinnerung bleiben. (...)
Manch einer würde
vermuten, dass diese kulturelle Vielfältigkeit auch Schwierigkeiten
nach sich zieht. Doch die Schauspieler brachten die sprachlichen
Barrikaden mühelos zum Einstürzen, indem sie manche Begegnungen auf
Englisch absolvierten oder gar ihre Muttersprachen wild kombinierten.
Schwer zu sagen, was das Publikum mehr zum Lachen brachte: Die
unzähligen Pointen oder die Englischkenntnisse des Moderators und
Schiedsrichters Christian Sauter. Dieser bewies während des ganzen
Abends, dass er den Schauspielern in Sachen Komik keinesfalls
hinterherhinkt. Mit seinem einnehmenden Charme vermochte er zu
verhindern, dass das fröhliche Durcheinander aus dem Ruder lief.
Tink, 15.02.2007
Die „Poesie der Lücke“ aushalten
BZ:
Impro-Theater, das ist für die Spieler Premiere am laufenden Meter,
schauspielern ohne Netz, permanente Adrenalinattacke – wird man dafür
nicht irgendwann zu alt?
Christian Sauter:
Ich hoffe nicht! Auf jeden Fall kann man süchtig danach werden (...)
Nach dem 230. Auftritt halten wir auf der Bühne auch die „Poesie der
Lücke“ aus, sind gelassener, wenn nicht sofort eine neue Idee kommt,
haben ein anderes Repertoire, auf das wir zurückgreifen können.
BZ: Gibt es denn in diesem Genre überhaupt Entwicklungsmöglichkeiten?
Sauter:
Natürlich! Wir haben mit typischen Theatersport-Szenen angefangen:
Sprachspiele, klar strukturierte Impro-Matchdisziplinen. Aber auf Dauer
ist das unbefriedigend (...). Heute reduzieren wir die technischen
Vorgaben, suchen freiere, theaterintensivere Formen und Formate. Ob
abendfüllender Impro-Krimi, Musical oder Walkacts auf der Straße, wir
probieren viele Stilmittel und Themen aus. Dabei kann´s dann auch mal
ernst oder tragisch werden, die ganze Emotionspalette eben.
Badische Zeitung, 20.10.2006
Improvisation der gekonnten Art
Unterhaltsam
und gewürzt mit viel Situationskomik (...). Es hielt sich ziemlich die
Waage, wer von den zwei Teams die Vorgaben kreativer und überzeugender
in Szenen setzte. Mal ernteten Anne Folger und Christian Sauter (...)
mehr Applaus, mal überzeugten die Schweizerinnen Susanna Hug und
Kathrin Fischer eher. Die Besucher spürten, dass die Schauspieler auf
einen reichen Schatz an Erfahrungen zurückgreifen konnten und viel
Spass an der theatersportlichen Veranstaltung hatten.
SZENEN VOLLER HUMOR
Beste
Unterhaltung wurde hier geboten und die Künstler verstanden es, bei den
Zuschauern Erheiterung und langanhaltende Lacher auszulösen.
Aargauer Zeitung, 16.05.2006
Kieler Nachrichten (KN): Warum spielt Ihr ausgerechnet Improtheater (...)?
Christian Sauter (CS): Improtheater (...) ist immer wieder eine neue Herausforderung. Man weiß nie, was als nächstes auf einen zukommt oder wie man reagieren wird, man überrascht sich selbst. Und natürlich weiß man erst recht nicht, was die anderen tun werden. Dieser Sprung ins Ungewisse ist das besondere (...).
KN: Was war die absurdeste oder witzigste Situation, die Ihr bisher gespielt habt?
CS: Das war letzten Freitag. Ich spielte eine Szene mit einer französischen Gruppe. Ich spreche kein Französisch, und der französische Kollege konnte kein Wort Deutsch, trotzdem haben wir die Szene gemeinsam über die Bühne gebracht, er auf Französisch und ich auf Kauderwelsch – und es hat wunderbar geklappt.
Kieler Nachrichten, 03.11.2005
Interaktiver Tatort – „Crime-Time“
Wenn (…) das Publikum nicht nur aus eigener Tasche die Indizien liefert, sondern auch Opfer und Todesart bestimmt - dann spielt man in Freiburg "Crime-Time", den interaktiven Tatort zum Selberpuzzeln. (...) Dabei steht zwar die grobe Abfolge der regelmäßig geplanten Krimi-Abende fest, Handlung und Personen werden aber auf der Bühne live erfunden.
Nachdem das zahlreiche, meist studentische Publikum an der Kasse schon mal die persönliche Lieblings-Tötungsart zu Papier gebracht hat, wird mit dem Opfer des Abends gemeinsam ein Profil gebastelt: Wenig später ist der junge Protagonist (Christian Sauter) ein Abiturient auf zweitem Bildungsweg, der bei Mami in Todtnau lebt und bisweilen ins Freiburger Crash flüchtet. Soweit so gut. Nach weiteren zehn Minuten gibt es schon drei Tatverdächtige und drei handfeste Motive (...).
Als das Opfer mit dem Kuli durchs Auge erstochen auf dem Kanonenplatz liegt, geht das Spiel erst richtig los: In rasantem Wechsel entwickeln die Akteure eine Parodie krimitypischer Szenen, bei denen ein paar trottelige Gerichtsmediziner herumstümpern, Verdächtige sich immer mehr verstricken und der verschnupfte Kommissar seinem Kneipier (Jürgen Meyer) das ganze Polizistenelend klagt. Hier zeigen sich die "Mauerbrecher" als erprobtes und gewitztes Team, gelingt es ihnen doch in Sekundenschnelle, ein dichtes Handlungsnetz zu knüpfen und dabei so manch improvisationsbedingte Holprigkeit mit Charme und Originalität zu edeln. Mit unterschiedlichen szenischen Mitteln werden knallharte Kreuzverhöre, fiktiven Tathergänge und raffinierte Rückblenden auf die Bühne gebracht, die es an Rasanz und Witz nicht fehlen lassen. Dabei greift die Impro-Gruppe auf ein reichhaltiges Repertoire an Rollen und Theatergenres zurück und bewahrt den Abend erfolgreich vor Stückwerk. So steigt die Spannung bis zum Schluss - und manch ein Krimifan hatte sich mit seinem Tipp am Ende mächtig vertan. Aber so soll's ja sein . . .
Badische Zeitung, 02.03.2005
Das Publikum in der Rolle des Theaterregisseurs - Kunst nur für den Augenblick
"Ich dacht' ich wär ein hoher Turm und bin doch nur ein kleiner Wurm", so oder ähnlich klingt es, wenn die "Mauerbrecher" aus Freiburg in Shakespeares Fußstapfen treten und binnen Sekunden aus einer Wurmjagd im Garten ein lyrisches Meisterwerk zaubern. Das Publikum im Schlosspavillon hat es dem Quartett am Samstagabend wirklich nicht leicht gemacht, und doch glänzten die Akteure mit Impro-Theater erster Klasse im Tigerkäfig, in der U-Bahn oder beim Papst. Jede Szene war eine eigene kleine Welt, direkt aus dem Leben gegriffen.
“Wir lernen lediglich, auf unsere innere Stimme zu hören", leitete Schauspieler Christian Sauter den noch ungewissen Abend ein. Er und seine Kollegen verstanden sich bestens darauf, das Publikum nicht nur einzubeziehen, sondern regelrecht einzulullen. Denn was geboten wurde, sollte nicht zuletzt dem Willen der Zuschauer entspringen, die im so genannten "Freeze" die Künstler in einer beliebigen Position festfrieren, Szenenvorgaben und teilweise sogar den Verlauf mitbestimmen durften. Doch nicht nur die Mauer zwischen Bühne und Publikum wurde eingerissen, auch die Grenzen zwischen Theater, Musical und Minnegesang verschwammen zu einem facettenreichen Spektakel: So kam es, dass ein Popfolksänger aus Ohama plötzlich als Rapper seine Karriere startete oder der turmhohe Wurm zu sanften Gitarrenklängen einen packenden Ausdruckstanz zum Besten gab. Ganz egal ob ein aphrodisierender Saunabesuch oder der fast normal Gang zum Bäcker, die Mauerbrecher schafften es, das Publikum mit ihrer Gestik, Spontanität und ihrem unvergleichlichen Humor um den Verstand zu bringen. Die (leider) einzigartigen Gesangseinlagen und Dialoge werden noch für lange in den Köpfen der begeisterten Zuschauer umhergeistern.
Badische Zeitung, 15.02.2005
Theatersport
Das Einzige, was zählt, ist Spass. Und davon gibt es reichlich am Theatersportfestival, zu dem das Eidgenössische Improvisationstheater Zürich (...) lädt.
WOZ, 10.02.2005